Seminarfach

Eine Facharbeit schreiben oder auch: Studierfähigkeit nachweisen

In der Vergangenheit waren die Facharbeiten an die Leistungskurse gebunden und ersetzten auch Klausuren. Diese Regelung wurde per Erlass (MK) aufgehoben, auf Gründe und mögliche Auswirkungen wie eventuelle „Qualitätsversluste“ soll an dieser Stelle nicht eingegangen werden. Wesentlich scheint mir die Frage zu sein, wie Schüler/-innen und Fachlehrer/-innen diese „neuen Herausforderungen“ bewältigen können in einem Prozess des Gelingens. Erfolg bzw. Scheitern lassen sich – wie bisher auch – im Gutachten und der erreichten Punktzahl nachlesen – sprich: In der jährlichen Liste der Gesamtleistungen und ihrer Dokumentation einer Schule.

Eine FA muss den bisherigen Kriterien einer „schriftlichen Auseinandersetzung“ mit Problemstellung und Thema aus dem Bereich eines Faches, besser noch mehrerer Fächer, genügen. Folglich bieten sich zunächst alle Semesterthemen aller Prüfungsfächer des FRG als Bezugsfelder an. Darüber hinaus ist eine Bindung an ein Prüfungsfach nicht „zwingend“, um besondere Interessen von Autoren/-innen und ausgewählte Themen und Fragestellungen zuzulassen. Verantwortlich für den Prozess einer gelingenden Themenfindung ist im Rahmen des Unterrichts das Team der Seminarfachlehrer. In einer zweiten Phase finden die Schüler/-innen „ihren fachlichen Betreuer/ ihre fachliche Betreuerin“, mit dem / der sie zusammen das Thema und die Arbeitshypothese formulieren.

Der zeitliche Rahmen für das Verfassen der Arbeit beträgt 6 Wochen: In der Regel ist die Arbeit vor Ostern des laufenden Schuljahres abzugeben.

Die sprachliche Form entspricht bekannten bis Klasse 10 eingeübten Aufsatzformen, d. h. also erörternde Darstellungen, Formulierung von Thesen, Antithesen und Entwicklung einer verständlichen und gut gegliederten Argumentation. Zusätzlich werden bewertet:

  1. Aufbau / Gliederung / logische Struktur
  2. Methodisches Vorgehen
  3. Verwendung entsprechender Fachbegriffe
  4. Umfang und Reflexion von Sekundärliteratur
  5. Eigenleistung und Vertiefung, ggf. Ausblick
  6. Wissenschaftliches Zitieren
  7. Klare Unterscheidung von eigenen und übernommenen Gedanken
  8. Angabe aller verwendeten Quellen / Literaturverzeichnis

Folglich ist klar, dass eine Inhaltsangabe eines oder einiger genannter Bücher keine Facharbeit sein kann, weil weder Fragestellung noch Eigenanteil erkennbar sind.

Auch muss an dieser Stelle betont werden, dass 3 – 5 Internetquellen kein Nachweis einer Beschäftigung mit „Fachliteratur“ sind.

Gelungene Kommunikation (sprich Beratung) zwischen Betreuer/-in und Autor/-in sind also von besonderer Wichtigkeit und garantieren meist ein vorzeigbares Ergebnis.

Verantwortlich für die Qualität der Facharbeit ist – das versteht sich – der/die Verfasser/-in.

Abschließend erlaube ich mir noch den Hinweis, dass Studierfähigkeit auch dadurch nachgewiesen werden kann, dass man ein Thema wählt bzw. eine Fragestellung entwickelt, die man wirklich „spannend“ bzw. „aufregend“ findet. Eine Untersuchung muss sich also für den Verfasser „lohnen“.

Wer Hilfe braucht, ein geeignetes Thema zu formulieren, möge sich zuerst an die Seminarfachlehrer wenden, die Hilfestellung leisten werden. Wenn dann ein(e) Fachlehrer/-in als Betreuer verbindlich zugesagt hat, kann das Thema oder auch Unterthema bzw. die Fragestellung final festgeschrieben werden.

Abschließend einige Anregungen bzw. Beispiele für mögliche Themen von Facharbeiten:

  • Zeit, was ist das?
    Dazu: Francois Lelord – Hector und die Entdeckung der ZEIT (Roman)
  • Was ist Liebe? Dazu als Einstieg: Erich FROMM – Die Kunst des Liebens (Sachtext)
  • Sucht und Alter – eine Untersuchung
  • LINK zum Thema ZEIT und ENTSCHLEUNIGUNG: Webseite von Fritz – Reheis
  • Was ist Sprachwitz?  Eine Untersuchung
  • Lebensgeschichten und Biographiearbeit – Wie ich wurde, was ich bin
  • Wie Lernen gelingen kann  – Beobachtungen im Kindergarten und ihre Auswertung
  • Autismus
  • Ein Techniktraum von gestern – der Transrapid
  • Facharbeit und Politik Wirtschaft / Englisch über Handelsblatt Newcomer
  • DOSSIERS der Wochenzeitung DIE ZEIT und ZEIT Wissen sind in der Regel so gut aufbereitet und verständlich formuliert, dass sie ein geeigneter Einstieg in ein Thema sind (vgl. dazu auch das umfassende kostenlose Archiv online).
  • Wie man eine Facharbeit nicht schreibt, formuliert Karl-Theodor zu Guttenberg in seinem neuen Buch „Vorerst gescheitert“ im Gespräch mit Giovanni di LORENZO: „Eigentlich war das eine Patchworkarbeit, die sich am Ende auf mindestens 80 Datenträger verteilt hat.“ (S.14) Erschienen bei HERDER NOV 2011.
  • Mehr hier / Wie schreibt man eine Facharbeit? > LINK schuleplus.de

Die Facharbeiten wurden bewertet und zurückgegen. Bis zum Juli 2012 werden wir uns dem Thema nähern:  “ Schule und danach“?

Hier die ersten LINKS für eure Vorbereitungen:

Peter Blöcker, StD

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